Xing: App-schied von der mobilen Nutzung?

Das Business-Netzwerk hat mal wieder ein Problem. Der langersehnte Relaunch ist endlich durch. Xing kommt attraktiver und intuitiver daher. Streams, Timelines und Teilen-Kommentieren-Funktionen haben das Network wieder auf die Spur gebracht. Eigentlich alles toll, oder? Nicht, wenn man Xing mit dem Smartphone nutzen will.

Die App, das unbekannte Wesen

Xing hat nach eigenen Angaben 10,8 Millionen Mitglieder. Etwa 760.000 davon zahlende. Immer mehr Social Media-User nutzen ihre Profile mobil, je nachdem, welcher Erhebung man glaubt, sind es 30 bis 50 Prozent. Bei Xing stoßen sie dabei auf wenig Usability. Es gibt zwar eine offizielle App fürs iPhone, die aber vernichtende Bewertungen bekommt.

Die App-Store-Nutzer kritisieren…

…ständige Abstürze der App

…schlechte Synchronisation der Daten

…mangelhafte Push-Notification

…keine intuitive Navigation

…eingeschränkte Suchfunktionen

…mehrere Bugs trotz Updates

…extrem langsamer Seitenaufbau

…kein Support

…keine iPad-Version

Was sagen die Verantwortlichen?

Ich habe Xing um ein Statement gebeten. Geantwortet hat Marc Ehrich, Product Manager Mobile bei der Xing AG.

Blog: Ihre App schneidet extrem schlecht ab. Was sagen Sie dazu?

Ehrich: Wir sind uns der Punkte, die Sie ansprechen, bewusst und analysieren einerseits das Feedback, das wir eben über die Reviews im App Store, über Twitter oder über unseren Kundensupport bekommen, und setzen andererseits auch auf technische Hilfsmittel wie automatisierte Crash-Reports.

Blog: Sogar kleine Social Networks basteln tolle Apps. Wann funktioniert es bei Ihnen?

Ehrich: Wir werden die App Schritt für Schritt komplett überarbeiten und dabei auch die Benutzeroberfläche (GUI) komplett erneuern. Selbstverständlich möchten wir unseren Kunden – Premium- wie Basis-Nutzern – das bestmögliche Erlebnis liefern – schon heute ist ungefähr ein Sechstel unseres Traffics auf mobilen Endgeräten, wobei das iPhone einen Löwenanteil daran hat. Dabei ist es uns wichtig, alle XING-Kunden mit einer effizienten App zu bedienen, die sowohl von Basis-Mitgliedern gerne benutzt wird und einen beruflichen Mehrwert bringt, als auch Premium-Nutzern unterwegs wichtige Extra-Features wie etwa die Profilbesuche bringt.

Blog: Und wie geht`s jetzt weiter?

Ehrich: Wir werden eine Vielzahl von Updates für die iPhone-App liefern, die einerseits zum Beispiel die Stabilität verbessert und andererseits die Anwendung insgesamt modernisieren, damit jeder Kunde gerne unterwegs auf seinem iPhone XING verwendet.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Ich hoffe weiter, dass Xing das App-Problem in den Griff bekommt. Denn ich schätze das Business-Netzwerk noch immer sehr. Für mich ist Xing wie für viele andere Nutzer eine Plattform, auf der ich mich sachlich und sachlich-kreativ austausche, auf der ich mich abseits trivialer Social Media-Unterhaltung und hohler Statusmeldungen informieren und netzwerken kann.

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21. Juli 2011 von Dennis
Kategorien: Internet | 2 Kommentare

Kommentare (2)

  1. Eine App für Android gibts ja schon ziemlich lange und die hat ähnlich verheerende Bewertungen bekommen. Sehr ärgerlich ist zudem, dass sie sich schlichtweg nicht deinstallieren lässt und dem Nutzer bei jedem Besuch im Market angezeigt wird, dass es Updates gibt. Installiert man ein Update, hagelt es Fehlermeldungen und das System hängt sich auf.

    So ganz zu verstehen ist das nicht, denn im Gegensatz zu Facebook, Twitter oder Google+ verfügt Xing eben durchaus über finanzielle Mittel, um sich gute Programmierer zu holen, weil die Premiummitglieder ja bezahlen müssen.

    Aber vielleicht hat da wieder die “Billig? Will ich!”-Falle zugeschlagen und nun muss man teuer ausbaden, was billig eingekauft wurde. In Anbetracht der Tatsache, dass die Xing-App auf Android auch 1,5 Jahre nach dem Launch noch nicht vernünftig läuft, werden wohl viele weiterhin auf die mobile Nutzung verzichen oder einfach auf die mobile Seite ausweichen.

  2. Nun ja, Facebook und Google+ baden selbst im Geld, sie ziehen massig Einnahmen aus der Werbung. Da kommt Xing nicht ganz mit, zumal dort lediglich knapp 10 Prozent der Mitglieder zahlen. Trotzdem müsste das Geld dafür reichen, die Programmierung einer App ist eine finanziell überschaubare Sache. Nur: Ich habe bei Xing den Eindruck, dass man die Sache bisher alles andere als ernst genommen und die immer schnellere Entwicklung hin zur mobilen Nutzung schlicht verschlafen hat. Facebook und Google+ haben da einfach eine andere Kultur.

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