Fesseln von Facebook: Hilfe, wir sind abhängig!

Ganz selbstverständlich nutzen Unternehmen mittlerweile Facebook. Und ganz selbstverständlich kostenlos, von der hoffentlich ernsthaften Konzeption solch einer Seite mal abgesehen. Trotzdem haben Unternehmen Anspruch darauf, meint Kerstin Hoffmann in ihrem Blog. Schließlich nutzt Facebook unsere Inhalte, um möglichst viel mit Werbung zu verdienen.

Eine Frage, die meiner Meinung nach etwas grundsätzlicher ist, ist die Frage nach der Abhängigkeit. Immer mehr Unternehmen geben in ihrer TV- und Print-Werbung nicht mehr die URL ihrer Website, sondern die ihrer Facebook-Seite an. Schließlich erwischt man dort die Zielgruppe direkt. Und viraler und zeitgemäßer ist schließlich es auch.

Das Dilemma: Seiten erstellen kann man bei Facebook und Google+ schnell, einfach und kostengünstig. Gleichzeitig machen sich Unternehmen abhängig von diesen Anbietern. Sie diktieren die Spielregeln – von der Verfügbarkeit über die Policy bis hin zum Algorithmus. Von der Infrastruktur über die Rechte bis zur Organisation unserer Kommunikation: Alles liegt in den Händen der Anbieter, bei Facebook. Einen klaren Rechtsanspruch für was auch immer gibt es nicht. Wie es in der Pressearbeit eben keinen Anspruch auf Berichterstattung gibt. Allein darauf zu setzen, wäre gleichermaßen falsch.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Was den direkten Kontakt mit Dialoggruppen, Reichweite, Empfehlungsmarketing, Viralität etc. angeht… Facebook. Bindet man seine Kommunikation aber sich zu sehr und ausschließlich an die großen sozialen Netzwerke, setzt man auf einen Dienstleister, mit dem man nichts vereinbaren kann. Gar nichts. Keine individuellen Regeln, keine verlässliche Stabilität oder Planbarkeit.

Am Ende ist es wieder Wertschöpfung, eine Begrifflichkeit, mit der viele ein Problem haben, weil sie so schwer zu fassen ist. Wertschöpfung entsteht nicht, wenn möglichst viele Menschen Fan einer Facebook-Seite werden und liken oder kommentieren. Sie entsteht, wenn eigene Inhalte einer ausreichend hohen Relevanz Interesse, Dialog und Bindung schaffen, die gewinnbringend (nicht nur finanziell) verwertet werden können – mit Gestaltungsmöglichkeiten für das jeweilige Unternehmen.

10. November 2011 von Dennis
Kategorien: Internet | 1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Ja, sie treffen den Kern:
    - zu wenig Nachdenken über die “kostenlosen” Angebote und die damit verbundene Abhängigkeit
    - Falsche Erwartungen: viele Fans und “like-it-Klicks” bedeuten nicht gleich auch Umsatzsteigerung oder nachhaltige Kundenbindung.

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